November 2021: A New Science Data Hub in Freiburg

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Das wissenschaftliche Datenzentrum (SDC) wurde am KIS eingerichtet, um große Datenmengen von den bodengestützten Sonnenteleskopen zu speichern.

Das Leibniz-Institut für Sonnenphysik (KIS), ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, mit Sitz in Freiburg, Deutschland, hat das Science Data Centre (SDC) ins Leben gerufen, um große Datenmengen von den bodengebundenen Sonnenteleskopen zu verwalten.

Die erste Phase des SDC ist den Daten des deutschen Sonnenobservatoriums auf Teneriffa, Spanien, gewidmet, wo das KIS zwei deutsche Sonnenteleskope betreibt: Europas größtes Sonnenteleskop GREGOR und das Vakuumturmteleskop (VTT), in Zusammenarbeit mit seinen Partnern Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS, Göttingen), Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP, Potsdam) und Institut für Astrophysik auf den Kanarischen Inseln (IAC, Spanien).
Die Sonne ist der erdnächste Stern und der einzige Stern, den wir so detailliert wie nie zuvor untersuchen können. Sonnenstrahlung und magnetische Aktivität wirken sich auf die erdnahe Umwelt (Weltraumwetter), die Erdatmosphäre und das Klima sowie auf Lebewesen, menschliche Zivilisation und Technologie aus. Das Verständnis der Sonne und die Vorhersage ihrer magnetischen Aktivität sind die Hauptziele der Sonnenphysikforschung. Die Sonne wird daher kontinuierlich mit verschiedenen hochauflösenden Instrumenten im Weltraum und am Boden abgebildet - im optischen, ultravioletten, Röntgen-, Radio-, Mikrowellen- und Infrarotbereich des Spektrums. Neben den Photonen werden auch verschiedene Teilchen in der Sonnenemission beobachtet, die auf die Erde und den nahen Weltraum treffen. Dabei entsteht eine enorme Datenmenge (viele Peta-Bytes pro Jahr, PB/yr), die neue Möglichkeiten für die Entdeckung neuer Erkenntnisse bietet.
Gegenwärtig verwaltet und verbreitet das SDC am KIS Solardaten für die Sonnenphysik-Gemeinschaft in Europa und darüber hinaus sowie für eine breitere wissenschaftliche Gemeinschaft für sonnenbezogene Studien, wie Astrophysik, Teilchenphysik, Klimaforschung usw. Das SDC wird von der Wissenschaftskonferenz (GWK) mit Beiträgen des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,4 Millionen Euro pro Jahr für Personal und Ausrüstung ab Januar 2021 finanziert. Das Team des SDC, bestehend aus Wissenschaftlern und IT-Spezialisten, wird von der Principle Investigator Prof. Dr. Svetlana Berdyugina, SDC-Leiter Dr. Peter Caligari, SDC-Projektwissenschaftler Dr. Nazaret Bello Gonzalez und SDC-Projektmanager Petri Kehusmaa geleitet.
Das KIS und das SDC sind Kooperationspartner in europäischen und deutschen Konsortien, die sich im Rahmen der Initiative European Open Science Cloud (EOSC) der Europäischen Kommission mit Fragen von Big Data in der Wissenschaft befassen, insbesondere im Europäischen Wissenschaftscluster für Astronomie und Teilchenphysik ESFRI Forschungsinfrastruktur (ESCAPE, Horizon2020), Particles, Universe, Nuclei and Hadrons for the National Research Data Infrastructure (PUNCH4NFDI, GWK & DFG, Deutschland), Integrating High Resolution Solar Physics (SOLARNET, Horizon2020). Das KIS ist auch Partner der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, und so wird das SDC neue Kooperationen in Lehre und Forschung im Bereich der Informatik, der künstlichen Intelligenz, der Informatik etc. ermöglichen.
Langfristig ist geplant, die Serviceplattform für Solardaten von anderen großen Sonnenteleskopen weiterzuentwickeln. Neue Kooperationen sind mit dem National Solar Observatory (NSO, USA), das das weltgrößte Sonnenteleskop DKIST betreibt, und dem Steinbuch Computing Center (SCC) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) geplant. Zu den weiteren künftigen Einrichtungen gehören auch das Europäische Sonnenteleskop (EST) und die ESFRI-Infrastruktur, die von der europäischen Sonnenphysikgemeinschaft gefördert wird. Darüber hinaus wird die Forschung in den Bereichen Data Science, Big-Data-Analytik, künstliche Intelligenz usw. durch die Konsolidierung von Daten auf einer Plattform des SDC möglich.
Weitere Informationen über das SDC, seine Produkte und Werkzeuge finden Sie unter https://sdc.leibniz-kis.de/en/

Kontakt:

Prof. Dr. Svetlana Berdyugina: berdyugina@~@leibniz-kis.de
Dr. Peter Caligari: caligari@leibniz.kis.de

Bild mit verschiedenen Datenprodukten