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Vakuum-Turmteleskop

Allgemeines

Das Vakuum-Turmteleskop (VTT) ist seit 1988 in Betrieb und war bis zur Inbetriebnahme von GREGOR das Arbeitspferd des KIS und seiner Partner für die bodengebundene Sonnenbeobachtung. Konzipiert wurde das Teleskop und seine Postfokus-Instrumente in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, noch zu Zeiten, als photographischer Film das wissenschaftliche Aufzeichnungs- und Archivierungsmedium der Wahl war. Dies bestimmte seine technischen Parameter (in dem Gebäude waren ursprünglich drei Dunkelkammern für die Filmentwicklung vorgesehen). Das Gebäude des VTT beherbergt wichtige technische Infrastruktur für die deutschen Sonnenforschungseinrichtungen, wie die Notstromversorgung, Kühlung und Heizung.

Technische Eigenschaften

Das VTT ist ein klassisches Sonnen-Turmteleskop, bei welchem ein fest eingebautes Teleskop Sonnenlicht über zwei bewegliche Coelostatenspiegel empfängt. Die Coelostatenspiegel des VTT haben einen Durchmesser von 80 cm. Das Teleskop des VTT besteht aus einem sphärischen Spiegel einer Brennweite von etwa 46 m und einem ebenen Umlenkspiegel auf einer Spindel in einem 30 m hohen vertikal ausgerichteten Vakuumtank. Die Eintrittsöffnung des Tanks am oberen Ende wird von einem Glasfenster mit 75 cm Durchmesser und 7 cm Dicke verschlossen. Der Hauptspiegel befindet sich am unteren Ende des Tanks auf der Höhe des 2. Obergeschosses des Gebäudes. Das von ihm reflektierte, gebündelte Licht wird am oberen Ende des Tanks von dem Umlenkspiegel wieder nach unten gelenkt, wo es durch ein weiteres Fenster mit 20 cm Durchmesser kurz vor der Brennebene den Tank verlässt. Der Hauptspiegel ist um wenige Grad nach Westen verkippt, dadurch ist die Abschattung des einefallenden Bündels durch den Umlenkspiegel minimal. Der Umlenkspiegel kann auf seiner Spindel vertikal verfahren werden, um die axiale Position der Brennebene im Labor einzustellen. Während des Betriebs ist der Tank evakuiert auf weniger als 1 Torr, um ein Aufheizen der Luft im Teleskop durch die Sonnenstrahlung und die damit verbundenen Turbulenzen ("internes Seeing") zu verhindern. Der Vorteil eines Coelostaten-Systems ist, dass die Orientierung des Sonnenbildes im Labor konstant bleibt. Im Strahlengang ist eine Adaptive Optik zur Korrektur der durch Seeing verursachten Bildverschlechterung integriert.

Wichtige Daten:

  • Durchmesser Primärspiegel: 70 cm 
  • Brennweite: 45,940 m  
  • Öffnungsverhältnis f/D: 65,7
  • Auflösungsvermögen bei 543.4 nm: 0,196" 
  • Abbildungsmaßstab im Primärfokus: 4,59"/mm