Sunrise Ballonteleskop

Ist ein ballongetragenes Sonnenteleskop mit einer Öffnung von einem Meter. Es beobachtet die Sonne im sichtbaren und nah-ultravioletten Licht (520 bis 215 nm). Es ist ausgestattet mit einem photometrischen Filtergraphen für mehrere Wellenlängenbereiche im nahen UV und dem Spektro-Polarimeter IMaX. Die Bildstabilisierung und die Fokussierung des Teleskops während des Ballonflugs erfolgt automatisch mit dem Correlating Wavefront Sensor (CWS). Weitere Information zum Sunrise-Projekt findet man auf der Home Page des Projekts. Im Oktober 2007 fand in Ft. Sumner (NM, USA) ein Testflug der Sunrise-Gondel statt, die am High Altitude Observatory in Boulder, CO entwickelt wurde.

Der erste wissenschaftliche Flug des Sunrise-Teleskops fand vom 8. bis 13. Juni 2009 statt. Von ESRANGE in Kiruna (Nordschweden) ging es nach Westen über Grönland bis nach Kanada, wo das Teleskop auf der unbewohnten Insel Somerset Island landete. Von dort wurden die Beobachtungsdaten, das Teleskop und die Gondel geborgen.

Die erste wissenschaftliche Auswertung der Daten hat eine Reihe von Publikationen mit sehr interessanten Ergebnissen und Entdeckungen geliefert. 

Aufgrund des großen wissenschaftlichen Erfolgs des 1. Flugs fand im Juni 2013 ein zweiter Flug von Sunrise statt, mit unveränderter Instrumentierung. Daraus resultierende wissenschaftliche Publikationen sind ebenfalls unter obigem Link zu finden.

Das KIS beabsichtigt, sich auch am geplanten 3. Flug von Sunrise mit einer modernisierten Version des CWS zu beteiligen.

Correlating Wavefront Sensor (CWS)

Das KIS entwickelte für das Sunrise-Teleskop ein Gerät (Correlating wave-front sensor, CWS) zur Bildstabilisierung und Präzisionsnachführung in Kombination mit einem Wellenfrontsensor, für das automatisches Fokussieren und Justieren des Teleskops während des Flugs. Der Wellenfrontsensor basiert auf der adaptiven Optik, die am KIS für die deutschen Sonnenteleskope auf Teneriffa entwickelt wurde. Es wird ein Shack-Hartmann-Sensor mit 6 Unter-Aperturen verwendet, mit dem man Kippung (Tip-Tilt), Fokus und Koma messen kann. Diese Aberrationen werden durch Bewegen des Sekundärspiegels des Teleskops korrigiert. Die Bildstabilisierung erfolgt mit einer Empfindlichkeit von 0.005 Bogensekunden und einer Bandbreite von über 55 Hz.