Sunrise 2 - 2013

Vorbereitung und Durchführung des Sunrise-Flugs werden wieder vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) geleitet, unterstützt von den Partnern vom High Altitude Observatory (HAO) in Boulder, CO, dem spanischen IMaX-Konsortium und dem KIS.

Das KIS hat seinen Correlating Wavefront Sensor (CWS) verbessert und betreut dieses Gerät während des Fluges. Der CWS sorgt für die automatische Fokussierung des Teleskops und die Bildstabilisierung.

Das MPS ist verantwortlich für das Teleskop, die Instrumentenplattform, den Steuerrechner und eines der Messinstrumente. Dieses Instrument liefert Aufnahmen der Sonnenoberfläche mit höchster räumlicher Auflösung. Das MPS leitet die Flugvorbereitungen und die Bodenkontrolle während des Flugs.

Das HAO ist für die Gondel zuständig, die das Teleskop rägt und auf die Sonne ausrichtet. Weiterhin sind die Kommunikationssysteme mit der Bodenstation und weiteres Equipment an der Gondel montiert.

Das IMaX-Konsortium betreibt sein Filter-Spektrometer IMaX. Es  misst Materiebewegungen und Magnetfeld an der Sonnenoberfläche mit höchster Genauigkeit und hoher räumlicher Auflösung.

NASA-CSBF ist für die Durchführung des Ballonflugs und die Bergung nach der Landung zuständig. Letztere ist sehr wichtig, weil die Messdaten an Bord gespeichert werden und erst nach der Bergung zugänglich sind.

Vor dem Start

Sunrise hängt am Haken von "Hercules"
Sunrise auf dem Startfeld, Montagehalle
Sunrise-Team am 5. Juni 2013
KIS Team 5. Juni 2013

5. Juni 9:00 Uhr: Abnahmetest vor dem Start

Kurz nach 9 Uhr wurde Sunrise von "Hercules" abgeholt und hängt nun am Haken, während alle Kommunikationskanäle (E-Link, TDRSS, Iridium) mit voller Leistung getestet werden. Gleichzeitig prüfen alle Instrumente, ob die Funktion von der Radio-Kommunikation beeinträchtigt wird. Zwischendurch war auch noch Zeit für ein paar Gruppenbilder.

Nach Monaten intensivster Vorbereitung am ESRANGE Space Center nahe der nordschwedischen Stadt Kiruna ist das größte ballongetragene Sonnenteleskop der Welt wieder startbereit.  Wenn das Wetter mitspielt, findet am 1. oder 2. Juni 2013 der abschließende Test statt, so dass anschließend das Ballonteleskop auf seine etwa einwöchige Reise von Schweden über das Nordmeer und Grönland nach Kanada geschickt wird. Dank der  Flugbahn nördlich des Polarkreises wird Sunrise - wie auch beim ersten Flug - ununterbrochen die Sonne beobachten können. Die Flughöhe von ca. 36 Kilometern garantiert stets klare Sicht auf die Sonne, 99% der störenden Erdatmosphäre liegen unterhalb des Teleskops.

Das KIS ist verantwortlich für die Bildstabilisierung und automatische Teleskopfokussierung und wird während des Flugs dieses Instrument mit einer vierköpfigen Mannschaft rund um die Uhr betreuen. Die verbesserte Version des Correlating Wavefront Sensors, der für Bildstabilisierung und automatische Fokussierung während des Flugs sorgt, hat eine wesentlich höhere Bandbreite und damit höhere Werte für die Dämpfung von Bildbewegungen, was für eine noch bessere Bildschärfe sorgen wird.

Bereits der erste Flug von Sunrise vor genau vier Jahren war ein großer wissenschaftlicher Erfolg. Es war der bis dahin erfolgreichste Flug eines ballongetragenen Sonnenteleskops. In diesem Jahr sind noch bessere Beobachtungen möglich, vor allem längere Zeitreihen dank einer verbesserten Teleskopnachführung und der schon erwähnten verbesserten Bildstabilisierung. Außerdem können wir dieses Mal auch auch Messdaten von Sonnenflecken und sonstiger magnetische Aktivität erwarten, was beim ersten Flug aufgrund des damaligen Minimums der solaren Aktivität nicht möglich war.