Teleskopstruktur

Die Abbildung zeigt einen Schnitt durch die schematische Darstellung der Teleskopstruktur. Die Position der einzelnen Spiegel ist bezeichnet. Der Verlauf des Strahlengangs ist rot eingezeichnet.

Das GREGOR Teleskop ist in vollständig offener Bauweise konstruiert. Dies verhindert die Bildung von internem Seeing. Die Teleskopstruktur ist eine offene, steife Serrurier-Struktur und hat eine Alt-azimutale Montierung. Die Eigenfrequenz der Struktur ist im Bereich von etwa 12 Hz. Die Oberfläche der Teleskopstruktur ist so gestaltet, dass die Temperaturdifferenz zur Umgebungstemperatur kleiner als 0.2° K bleibt. Die Nachführgenauigkeit ist im Bereich 0.2 bis 0.5 Bogensekunden. Die absolute Positioniergenauigkeit liegt im Bereich von unter 1 Bogensekunde. Diese Eigenschaften bleiben auch bei hohen Windgeschwindigkeiten (bis zu 20 m/s) erhalten. 

Die Teleskopstruktur wurde im Jahr 2004 auf Teneriffa installiert und danach in Betrieb genommen. Zur Überprüfung der Nachführgenauigkeit wurden Tests durchgeführt, die die Anforderungen bestätigten. 

GREGOR Kontrollsystem

Graphische Benutzerschnittstelle des GREGOR Kontrollsystems.

Das GREGOR Teleskop-Kontrollsystem besteht aus verschiedenen Modulen. 
Nachführung, Steuerung der Antriebe, Kühlung des M1 werden von einem System gesteuert, welches vom Hersteller des Teleskops  geliefert wurde. Es empfängt die Befehle zur Positionierung und Nachführung vom GREGOR Kontrollsystem (GCS). Das GCS ist das Graphische User Interface (GUI) für den Benutzer. Es rechnet die Koordinaten für die Nachführung aus, die durch die Position der Sonne am Himmel und des gewünschten Beobachtungsausschnittes auf der Sonne bestimmt werden. Das Kontrollsystem steuert auch die Bewegungen des Bildderotators und anderer optischer Komponenten im Strahlengang des Teleskops. 

Die adaptive Optik und die wissenschaftlichen Postfokusgeräte haben eigene graphische Benutzer-Schnittstellen und können mit dem GREGOR Kontrollsystem über eine standardisierte Kommandosprache kommunizieren. 

Mit Hilfe des GCS ist es möglich das Teleskop und die wissenschaftlichen Instrumente von einem Kontrollraum im 3. Obergeschoss zu steuern. Dies minimiert die durch die Beobachter verursachten Störungen.