Valentinstagsgrüße von unserer Sonne

Deutsch-norwegisches Forscherteam beobachtet einen herzförmige Sonnenfleck mit GREGOR, dem größten europäischen Sonnenteleskop.

Dieser herzförmige Sonnenfleck war Teil der aktiven Region 12338. Er wurde mit GREGOR im 'g-band ' bei 430 nm am 7. May 2015 in der Nähe der Mitte der Sonnenscheibe aufgenommen.

Wissenschaftler-'selfie' innerhalb des GREGOR Teleskops in Richtung des 1.5m Hauptspiegels. V.l.n.r. Morten Franz (KIS), Shahin Jafarzadeh (UiO) & Sven Wedemeyer (UiO)

Das Kiepenheuer Institut für Sonnenphysik ist federführend an der Konstruktion des GREGOR-Teleskops am Observatorio del Teide auf Teneriffa beteiligt. Mit seinen 1.5m Spiegeldurchmesser gehört es zu den größten Sonnenteleskopen der Welt und erlaubt Wissenschaftlern, die physikalischen Prozesse auf der Sonne mit bisher unerreichter Genauigkeit zu untersuchen.

Sven Wedemeyer und Shahin Jafarzadeh von der Universität Oslo und Morten Franz vom Kiepenheuer Institut für Sonnenphysik in Freiburg, konnten diesen herzförmigen Sonnenfleck mit GREGOR beobachten. Das Bild wurde am 7. Mai 2015 im 'g-band' bei 430 nm aufgenommen und zeigt einen Teil der aktiven Region 12338.

Ein solcher Sonnenfleck entsteht dort, wo ein starkes Magnetfeld den Energietransport aus dem Sonneninneren stört und durch Strahlungskühlung die Oberflächentemperatur von 6000 °C abgesenkt wird. Im Zentrum des Flecks  erscheint eine dunkle, hier herzförmige, Umbra, welche aber immer noch etwa 4000 °C heiß ist. In der Umbra steht das Magnetfeld meist senkrecht zur Sonnenoberfläche. Umgeben ist die Umbra von der etwas helleren Penumbra, welche entsteht, wenn das Magnetfeld sich neigt und eher parallel zur Oberfläche verläuft. Nun bilden sich längliche, dünne Strukturen, die sogenannten penumbralen Filamente. Weil das Magnetfeld schwächer ist, kann mehr Energie an die Oberfläche gelangen, und die Penumbra erscheint heller. Am Rand des Bildes erkennt man Strukturen der ungestörten Sonnenoberfläche. Diese sogenannten Granulen sind die sichtbare Oberseite von Bénard Zellen, welche sich durch den konvektiven Energietransport in den äußeren Schichten der Sonne bilden.

Danksagung: "Das 1.5-meter GREGOR Sonnenteleskop wurde von einem deutschen Konsortium gebaut unter der Leitung des Kiepenheuer-Instituts für Sonnenphysik in Freiburg und mit dem Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, dem Institut für Astrophysik Göttingen und dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen als Partnern und mit Beiträgen  des Instituto de Astrofísica de Canarias und dem Astronomical Institute of the Academy of Sciences of the Czech Republic. Die Beobachtungskampagne wurde unterstützt durch SOLARNET im Rahmen des Projektes " Vortex flows in the solar atmosphere ". Das SOLARNET "Trans-national Access and Service Programme" wird unterstützt durch die Europäische Kommission (FP7, Grant Agreement 312495)."