Feinstruktur in einem aktiven Gebiet

Die Sonne produziert zurzeit nur noch wenige Sonnenflecken, während der verhältnismäßig schwache 24. Sonnenflecken-Zyklus ausklingt. Magnetfelder, die die Oberfläche der Sonne erreichen, bilden meist nur noch kleine Poren, welche nicht länger als ein paar Tage sichtbar sind, bevor sie wieder verschwinden. Eine solche Fleckengruppe wurde am 24. Mai 2017 mit dem broad band imager (BBI) am 1.5m Sonnenteleskop GREGOR auf Teneriffa beobachtet. Das Instrument beobachtet die Sonnenoberfläche simultan mit zwei Kameras in verschiedenen Regionen des Sonnenspektrums mit einer hohe räumlichen und zeitlichen Auflösung.

Die beiden Bilder zeigen eine Pore um 10:52 Uhr in einem zeitlichen Abstand von nur 26 Sekunden. Das eine Bild entstand im spektralen Kontinuum bei einer Wellenlänge von 656 nm, in der Nähe der berühmten Balmer-Alpha Linie des Wasserstoffs. Das zweite Bild zeigt dieselbe Region durch ein schmalbandiges Filter bei 854 nm, welches eine starke Kalzium-Absorptionslinie beinhaltet. Hier sieht man die Sonnenoberfläche in einer etwas höheren Schicht, in der die kleinen magnetischen Elemente in den granularen Zwischenräumen  prominenter als „Fackeln“ zu sehen sind. Das aufsteigende Magnetfeld hat einen deutlichen Einfluss auf die Granulation. Zeitserien dieser Beobachtungen erlauben, den lokalen Einfluss von Magnetfeldern auf die Morphologie und die Dynamik der Konvektion zu untersuchen.