Erste wissenschaftliche Daten mit dem 1,5 m GREGOR-Teleskop

Das neue 1.5 m GREGOR-Teleskop am Observatorio del Teide auf Teneriffa ist seit kurzem voll einsatzbereit. Die ersten wissenschaftlich verwertbaren Daten wurden im Mai dieses Jahres mit bis dato unerreichter Präzision aufgenommen.

Wissenschaftlichen Auswertung der ersten GREGOR Messungen mit GRIS (im Uhrzeigersinn von oben links): Temperatur des Plasmas, Magnetfeldstärke, Azimuth und Inklination des Magnetfelds.

Mit einem der Post-Fokus-Instrumente, dem "GRegor Infrared Spectrograph" (GRIS), kann das Spektrum der Sonne im Infrarotbereich zwischen 1 µm und 2 µm aufgenommen werden. Für das GRIS-Instrument ermöglicht der Durchmesser des GREGOR-Primärspiegels von 1.5 m dabei erstmalig die Beobachtung kleinskaliger Strukturen mit einer Ausdehnung von 250 km auf der Sonnenoberfläche.

Spektrallinien im Infraroten erlauben Wissenschaftlern die genauere Untersuchung einer dünnen Schicht in der untersten Atmosphäre der Sonne, in der magneto-konvektive Prozesse vorherrschend sind. Zentrale Fragestellungen hierbei sind der Energietransport in Granulen, die Eigenschaften des Magnetfelds von Sonnenflecken und in sogenannten 'Umbral dots', sowie der Ablauf und Einfluss magneto-konvektiver Prozesse, die in der Penumbra und in sogenannten 'light bridges' auftreten. Mit der hohen Auflösung von GREGOR kann die Erforschung dieser Phänomene genauer als je zuvor angegangen werden.

Das Bild auf der rechten Seite demonstriert, welch herausragende Beobachtungen mit GREGOR möglich sind. Es zeigt erste Ergebnisse einer Beobachtung eines Sonnenflecks im Mai dieses Jahres.

Das GREGOR-Teleskop wurde zusammen mit dem Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam, dem Intitut für Astrophysik in Göttingen und dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung unter Leitung des Kiepenheuer-Instituts konstruiert. Am Teleskop beteiligt sind außerdem das Instituto de Astrofísica de Canarias und das Astronomical Institute of the Academy of Sciences of the Czech Republic.