Einfluss einer explodierenden Sonnengranule auf die Chromosphäre

In Filmen der Sonnengranulation sieht man häufig helle Granulen, die rapide expandieren und größer werden als eine durchschnittliche Granule.

Von links nach rechts: Unterbild a): Karte der scheinbaren longitudinalen Magnetflussdichte berechnet aus Hinode-daten. Die Konturen liegen bei absolut 20 Mx / cm2 bis 60 Mx / cm2. Die scheinbaren horizontalen Ströme sind mit farbigen Pfeilen gekennzeichnet. Die beiden vertikalen weißen Linien begrenzen die Position des verwendeten IRIS-Schlitzes. Zwei gestrichelte rote horizontale Linien und eine durchgehende rote Linie markieren die untersuchte Region. Die Unterbilder b) und c) sind Zeit-Abstand Bilder abgeleitet von den aufgezeichneten IRIS-Spektren. Unterbild b): Linienkern-Geschwindigkeit der hohen photosphärischen Fe II 2799,9 Å Linie im Bereich ± 1,9 km s-1, wobei Abwärtsströme positiv sind. Unterbild c): Die Intensität des chromosphärischen Mg II k2v Peaks aufgetragen in Dateneinheiten. Die roten horizontalen Linien zeigen den gleichen Bereich wie im Unterbild a) an. Die kurzen vertikalen Linien in Zyan geben den Zeitpunkt der Karte im Unterbild a) an. Unterbild d) zeigt die zeitliche Entwicklung der IRIS-Schlitzspektren an der Schlitzposition markiert durch die durchgehende rote horizontale Linie in den Unterbildern a) bis c). Der Zeitpunkt der Karte im Unterbild a) wird wieder durch Linien in Zyan angegeben.

Mit  koordinierten Beobachtungen der Hinode- und IRIS-Satelliten untersuchen wir die Entwicklung einer explodierenden Granule und ihre Interaktion mit den umliegenden bereits existierenden Magnetfeldern. Während der schnellen Expansion der Granule werden die magnetischen Elemente in den angrenzenden intergranularen Bereichen durch entgegengesetzte horizontale Strömungen der explodierenden Granule sowie der benachbarten Granulen zusammengedrückt und langgestreckt. In der longitudinalen Magnetflussdichte-Karte in Fig. 1 (links) ist eine solche langgestreckte magnetische Struktur zu sehen. Die Beobachtungen in IRIS (mittig und rechts in Fig. 1) zeigen Oszillationen in der Intensität und Geschwindigkeit der photosphärischen und chromosphärischen Spektren. Die sich nach oben ausbreitende Schockfront dissipiert in der Chromosphäre.

Diese Art von Beobachtungen in mehreren Wellenlängen sind entscheidend für unser Verständnis der physikalischen Prozesse, welche die verschiedenen Regionen der Sonnenatmosphäre miteinander verbinden.

 

Die Ergebnisse wurden kürzlich in einem Letter in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht  ( C.E.Fischer, N.Bello González und R.Rezaei 2017, A & A, 602, L12).