Die 'nano'-glatten Glasplatten für den Visible Tunable Filter (VTF)

0,000 000 000 5 Meter (= 0,5 Nanometer = 0,5 nm), so genau passen die beiden Platten aus Quarzglas zusammen. Über eine kreisrunde Fläche von 25 cm Durchmesser beträgt der Abstandsfehler der beiden Platten nur soviel wie der Abstand zweier benachbarter Atome im Silizium-Kristall. Die beiden Glasplatte werden in einem Abstand von 0,5 mm montiert und werden für das Fabry-Perot-Interferometer des VTF verwendet.

Die Grafik zeigt die Abweichungen des Abstands der Innenseiten der beiden Glasplatten. Die Farbskala geht von - 2 bis + 2,5 Nanometern. Im Mittel beträgt die Abweichung 0,5 Nanometer.

Für die Messung wurden beide Etalon Platten in einer speziellen Halterung in horizontaler Lage parallel zueinander ausgerichtet. Das Foto zeigt eine der beiden Platten (350 mm Durchmesser, 100 mm Dicke) beim Absenken in die Messvorrichtung. (Messung und Abbildungen: Zygo, A. Fischer)

Dieses Fabry-Pérot Interferometer ist das Herzstück eines Spektrometers ("Visible Tunable Filter", VTF), das derzeit am KIS entwickelt wird.

Das VTF wird nach seiner Fertigstellung am amerikanischen Daniel K. Inouye Solar Telescope (DKIST) installiert werden. Das DKIST ist derzeit auf Maui (Hawaii) im Bau und wird das mit Abstand größte Sonnenteleskop der Welt sein.

Das Superpolieren der Glasplatten und das abschließende exakte Anpassen der Innenseiten mit der Präzision von (im Mittel) 0.5 Nanometern wurde von der US-Firma Zygo-Ametek im Auftrag des KIS durchgeführt. Ingenieure des KIS haben die fertigen Platten vor wenigen Wochen vor Ort inspiziert und abgenommen. Noch nie wurden Fabry-Perot-Platten in dieser Größe mit dieser Güte produziert. Als nächster Schritt steht nun das Verspiegeln der Platten an; dabei muss die Ebenheit und die Parallelität des Luftspalts weitestgehend erhalten bleiben - eine weitere technische Herausforderung.

Mehr Informationen zum Visible Tunable Filter: www.leibniz-kis.de/de/projekte/visible-tunable-filter/instrument-description/