Bildstabilisierungseinheit bereit für Weltraumflug mit Solar Orbiter

Vor wenigen Wochen hat das KIS das Flight Model der Bildstabilisierungseinheit für den Photospheric and Helioseismic Imager (PHI) der Solar Orbiter Mission abgeliefert. Dies war ein wichtiger Meilenstein in diesem Projekt und zugleich das erste weltraumtaugliche Gerät, das am KIS entwickelt, gebaut und getestet wurde. Inzwischen wurde das PHI Instrument nach umfangreichen Tests und Kalibrationen inklusive der Bildstabilisierungseinheit an die ESA zur Integration auf den Satelliten ausgeliefert.

Blick durch die Eintrittsöffnung von PHI auf den Hauptspiegel des Teleskops. Links davon ist die Correlation-Tracker-Kamera zu erkennen (roter Pfeil), eine der beiden Komponenten der Bildstabilisierungseinheit.

Correlation-Tracker-Kamera, unterhalb der beiden Carbon-Streben montiert. Rechts davon ist der Hauptspiegel (mit weißem Deckel) zu erkennen.

Der Photospheric and Helioseismic Imager während der Integration im Reinraum des MPS in Göttingen. Links im Vordergrund die Eintrittsöffnung, rechts im unteren Teil des Instruments der Hauptspiegel. Die Correlation-Tracker-Kamera ist links neben dem Hauptspiegel (roter Pfeil).

Mit dem Projekt Solar Orbiter der Europäischen Weltraumagentur ESA wird ein Sonnenteleskop der Sonne so nahe kommen wie nie zuvor. Nach dem Start wird Solar Orbiter in einer dreijährigen Cruise Phase sich in einer elliptischen Bahn der Sonne nähern, bis auf eine Entfernung von 42 Millionen Kilometer (0.28 Astronomische Einheiten). Gleichzeitig wird Solar Orbiter die Ebene der Ekliptik mehr und mehr verlassen, und letztlich eine um 30 Grad gegenüber der Ekliptik geneigte Bahn zu haben. Während der dreijährigen Cruise Phase werden die wissenschaftlichen Instrumente nach und nach in Betrieb genommen und getestet.

Mit dem Sonnenteleskop PHI werden wir somit erstmals das Magnetfeld und die Materiebewegungen an den Polen der Sonne direkt vermessen können. Daraus erhoffen sich die Forscher wichtige Erkenntnisse über den Mechanismus, der den solaren Aktivitätszyklus erzeugt, ebenso über die Frage, ob uns ein ausgedehntes Minimum der solaren Aktivität bevorstehen könnte, ähnlich dem Maunder-Minimum im 17. Jahrhundert.

Das Sonnenteleskop PHI wurde von einem internationalen Konsortium unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung entwickelt. Das KIS hat die Bildstabilisierungseinheit für PHI gebaut, in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Elektronik der Universität Barcelona. Nur mit Hilfe der Bildstabilisierungseinheit für das High-Resolution Teleskop von PHI wird die hohe Genauigkeit der Messungen des solaren Magnetfeldes erreicht.

Weitere Informationen: www.leibniz-kis.de/de/projekte/solarorbiter-phi-iss/